Der Weinanbau geht neue Wege

Was den Weinanbau betrifft, so ist er keinesfalls aus Marseillan verschwunden, wenn er auch nicht mehr die einzige Einnahmequelle des Ortes ist und nicht mehr auf eine Massenherstellung billiger Tischweine setzt.

Die Winzergenossenschaft vereinigt etwa 600 Winzer, von denen ein Teil gleichzeitig Austernzüchter ist oder nebenbei eine andere berufliche Aktivität ausübt. Zumindest die kleineren Weinbauern können heute nicht mehr ausschließlich vom Wein leben.

Die besondere Spezialität Marseillans sind immer noch die Weißweine der Gegend um den Étang de Thau und, nicht zu vergessen, die Sandweine, die auch heute noch mit den traditionellen Rebsorten "Terret-Bourret" und "Piquepoul" hergestellt werden. Durch moderne Weinveredelungstechniken haben diese Weine, die in der Winzergenossenschaft hergestellt und in Flaschen abgefüllt werden, sehr an Qualität gewonnen, dürfen allerdings nicht die Bezeichnung AOC tragen. In den letzten Jahren werden auch mehr Rot- und Roséweine hergestellt.

Auch der Vermouth-Hersteller Noilly-Prat hat seinen Sitz und seine Produktionsanlagen immer noch in Marseillan. Es handelt sich allerdings heute nicht mehr um einen Familienbesitz, da auch diese Firma der modernen Wirtschaftspolitik zum Opfer gefallen und Teil einer multinationalen Gruppe, der "General Beverage Corporation" geworden ist. Noilly-Prat stellt seine Getränke aber immer noch nach den alten Rezepten her, und vor allem während der Sommermonate werden die Lagerhallen und Produktionsstätten von unzähligen Urlaubers gerne besucht.

Seit dem Sommer 1992 besitzt Marseillan ein "Maison de Tourisme, de la Conchyliculture et de la Viticulture", das die drei Hauptaktivitäten unserer Gemeinde vereint und dem interessierten Besucher präsentiert.

 

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