Die Entwicklung der Austern- und Muschezucht

Nach dem 2. Weltkrieg ist sich Marseillan bewusst, dass es seine Bestimmung als Weinbaustandort verloren hat und muß neue Wege suchen, um den Ort wieder attraktiv zu machen. Diese neue Bestimmung findet es zuerst in der Austern- und Muschelzucht, der "Conchyliculture", die die klassische Fischerei ersetzt.

Durch seine Lage am Étang de Thau war die Fischerei seit jeher in Marseillan präsent. Der an Muscheln und Fischen so reiche Étang trug schon immer einen beachtlichen Teil zum wirtschaftlichen Reichtums Marseillans bei. Wildwachsende Austern werden so zahlreich gefischt, dass sie zur Zeit des 1. Weltkrieges völlig verschwinden, und man anfängt, über eine Zucht nachzudenken. In den 20er Jahren wird in Bouzigues schon mit der Austernzucht begonnen. Die Mischung aus Süß- und Salzwasser im Étang begünstigt das Wachstum der Austern. Marseillan nimmt diese Aktivität jedoch erst 1941 auf, als die neugegründete Fischergenossenschaft (37 Mitglieder) bei der "Inscription Maritime" eine Konzession beantragt und mit dem Anlegen der Austern- und Muschelparks im Étang beginnt. Diese Parks dehnen sich in den Jahren 1950 bis 1965 immer weiter aus, bis die "Inscription Maritime" wegen Vollbelegung keine Konzessionen mehr erteilt.

Von einer technischen Erklärung der Zuchtvorgänge sehe ich hier ab (kann man sich bei Führungen auf dem Étang erklären und zeigen lassen), werde jedoch einige Vokabeln erklären:

- Ostreiculteur:       Austernzüchter
- Mytiliculteur:        Muschelzüchter
- Conchyliculteur:     Muschel- und Austernzüchter

Während der Monate ohne R (Mai, Juni, Juli, August) ist der Vertrieb von Austern wegen der zu hohen Temperaturen nicht gestattet, der Verzehr vor Ort allerdings erlaubt. Da dies die Monate sind, in denen die Urlauber nach Marseillan kommen, ist also ein hoher Umsatz auch in diesem Zeitraum garantiert.

Die jährliche Produktion von Austern und Muscheln beträgt in den 80er Jahren im Durchschnitt:

        5000 t Muscheln
        2000 t Austern

 

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