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Hier findet Ihr den Bericht zu unserer Tagesexkursion am 6. September 2000:
Der Larzac ist
Frankreichs größtes Plateau mit 1.000 Km2 in einer Höhe von 600 bis 900 m, mit
einem mediterranen und einem Bergklima.
Den Larzac entdecken, sollte man eigentlich zu Fuß, auf dem Rücken
des Pferdes, oder per Fahrrad, den Motor und die Eile vergessend.
Den
Larzac entdecken, heißt sich dem Land völlig öffnen, denn diese Gegend, von der
Autobahn gesehen scheinbar eintönig, versteckt ihre Verschiedenheiten: steiniges
Schafsland, Hecken, bebaute Felder, Wälder, alte Wege mit Steinmauern berandet,
Hügel und schattige Täler mit seltenen Wasserläufen, all dies ist der Larzac und
mehr.
Larzac bedeutet auch eine seltene Flora, mannigfaltig, aber
geschützt, von der Silberdistel, das Emblem der Causse, bis zu den geretteten
zehn Sorten von Orchideen, die die Botaniker ganz Europas anziehen.
Vom
Larzac spricht man aber auch, wenn man an den Bauernaufstand 1971 denkt. Und
wenn man von der Bergerie von La Blaquière hört, die Leute aus aller Welt dazu
bewog, im Freiheitskampf an ihrem Bau mitzuhelfen.
Alle diese Erzählungen
machten Rosemarie und mich neugierig, und nach mehreren Anläufen, sind wir mit
Wilma, Bettina und Julie am 6. September endlich auf Reisen gegangen. Bettina
hatte unsere Reiseroute festgelegt:
Le Pas de l’Escalette, das Dorf Le
Caylar , dann zum Mittagessen auf der Ferme de la Salvetat, die Bergerie von La
Blaquière, und auf dem Rückweg Shopping im Ecomusée - Maison du Larzac, und zum
Crêpe-Essen nach La Couvertoirade.
Fünf Ladies auf Tour:

Es ist ein grandioser Anblick, wenn man an den zerklüfteten Bergen entlang, zum Le Pas de l’Escalette hoch fährt. Eine richtige Straße wurde an dieser Stelle erst 1860-1861 gebaut. Vorher gab es nur einen Eselspfad, der sich am Berg entlang wand, so dass es aussah, als wären dort Treppen . Daher der Name „Escalette“. Heute fährt man durch einen Tunnel, aber die Schönheit der Landschaft ist geblieben.

Um 12.00 Mittag fuhren wir in dem Dorf Le Caylar ein und
Bettina hielt auch gleich an der wichtigsten Stelle: beim beschnitzten Baum. In
vielen Dörfern auf dem Larzac steht eine Ulme auf dem Dorfplatz. So hatte auch
Le Caylar seine Ulme. Dieser Baum wurde nach der französischen Revolution als
Freiheitsbaum gepflanzt. In den 80er Jahren wurde er von einer Krankheit
betroffen und war zu einer armen traurigen Gestalt geworden. Im Jahre 1987
beschloß die Gemeinde von Le Caylar, ihm ein zweites Leben zu schenken und ihn
beschnitzen zu lassen. Der monumentale Baum brachte auch uns in Erstaunen mit
seinen wunderlichen Gestalten, die das Leben der Causse darstellen mit seinen
Schafshirten, Haus- und wilden Tieren, den Pflanzen und Blumen.
Leider
konnten wir nicht mehr den historischen Pfaden des Ortes nachgehen, denn man
erwartete uns zum Mittagessen auf der Ferme de la Salvetat.
Eine ländliche Bewirtung
Zwischen Himmel und Erde, im Herzen des Landes der Templer, ist die Ferme Accueil de la Salvetat einer der monumentalsten Bauten der Causse du Larzac.
Es sind nun bald 20 Jahre her, dass Alain Desjardin diesen Hof
seiner landwirtschaftlichen Bestimmung wiedergegeben hat. Und dies nach einer
Episode, bei welcher der Hof während eines Projekts zur Vergrößerung des
Truppenübungsplatzes 10 Jahre lang von den Militärs besetzt
war.
Inzwischen haben sich Olivier Danet und Guy Degreef angeschlossen,
um die ländlichen Aktivitäten in der Renovierung der Gebäude, im Gemüseanbau,
der Viehzucht, dem Empfang und den Veranstaltungen auf der Ferme
weiterzuführen.
Guy empfing uns herzlich, wie alte Bekannte. Bettina ist
dort ja fast wie zuhause! Wir besichtigten das Haus, in dem man sich verlaufen
kann, mit den verwinkelten Schlafräumen und Schlafsälen.
Dann setzten
wir uns an den gedeckten Tisch und genossen die frischen Gaben von Hof und
Garten. Denn hier wurden nur Produkte aus der Umgebung und aus dem eigenen
Garten verwendet. Unser Menü war wie folgt:
Paté de canard à l’armagnac,
Tomatensalat, Rinderragout mit Gemüse und Nudeln, Käse, Weintrauben und
Pfirsiche, Kaffee und dazu gab es Rotwein so viel man wollte! (Was ich als
ausnahmsweise mal Nichtfahrerin ausgiebig ausnutzte!) Wir saßen so gemütlich
beisammen, dass es uns schwerfiel, das nächste Ziel anzusteuern.


Bettina fuhr uns zu der Bergerie von La Blaquière, die das
Wahrzeichen des Freiheitskampfes der Bauern des Larzacs ist. Jene, die sich
gegen die Übernahme des Landes zum Ausbau der militärischen Zone wehrten. Man
wollte den Larzac zu einem großen Übungsplatz umbauen, mit
Raketenabschussrampen, usw.
Diese Bergerie lag direkt an der Grenze des
alten Übungsplatzes und wurde rein zufällig bei einer Übung zerschossen. Worauf
Menschen aus aller Welt sich zusammentaten, um diesen Schafsstall
wiederaufzubauen.
Auf der Rückfahrt besichtigten wir noch das Ecomusée -
Maison du Larzac, wo die Vereinigung der Larzac-Bauern ihre eigenen Produkte
verkauft und Plakate und Wandtafeln an die 10 Jahre des Widerstands erinnern,
und beeilten uns dann, nach La Couvertoirade zu gelangen. Schon seit Jahren
wurden uns die Crêpes von François Montès auf dem Larzac gepriesen als die
besten von ganz Frankreich.
In LA BLAQUIÈRE, einst
Hochburg des Widerstands gegen die Ausweitung des Militärstützpunktes
:




Eine Templer- und Hospitalitersiedlung aus dem XII. und XV.
Jahrhundert, das schönste Dorf Frankreichs. Carcassonne in Miniatur. Wir
spazierten durch die kleinen sehenswürdigen, malerischen Gassen, in denen das
dörfliche Leben touristisch nachgestellt wurde. Nur die Restaurants und die
Creperie haben auch modernes Inventar (Strom und Wasser).
Die Crêpes von
François, der uns herzlich empfing, waren wirklich die Besten, die ich je
gegessen hatte! Und der Cidre, ein Produkt der Gegend, löschte unseren Durst,
wobei ich eine durchschlagende Wirkung befürchtete und mich beim Trinken recht
mäßigte.
Dann traten wir die Rückfahrt nach Marseillan an. Wir hatten
viel gesehen und verarbeiteten die Eindrücke recht still, jeder auf seine Weise.
In einem Punkt waren wir uns alle 4 einig. Das machen wir mal wieder.
Janine Grulich, Marseillan, im September 2000
In LA COUVERTOIRADE, Festung der Tempelritter :






Au revoir LARZAC !
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Bericht von Janine Grulich
Fotos von Rosemarie Mummenthey
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